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Test · Strom speichern und messen

Marstek Venus E 3.0 im Test: unsere Erfahrungen mit zwei Geräten

Zwei Marstek Venus E 3.0 bei uns im Einsatz: gemessener Wirkungsgrad, Standby, Nulleinspeisung mit P1-Zähler, Modbus über LAN und was im Alltag nervt.

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Viel Speicher fürs Geld: 5,12 kWh, bis 2.500 W Ladeleistung und eine lokale Modbus-Schnittstelle. Darum ist er Testsieger in unserem Speicher-Vergleich (Note 1,9).

Gemessen bei uns: rund 80 % Wirkungsgrad von Steckdose zu Steckdose, inklusive Standby. Der Standby liegt bei 5 bis 6 W je Gerät.

Der Haken: Die Software. App und lokale Schnittstelle sind unzuverlässig. Wer das Gerät über Modbus selbst steuert, umgeht das meiste davon.

Bei uns laufen zwei Marstek Venus E 3.0 an einem Haus in Tirol, das erste seit Herbst 2025, das zweite seit Dezember 2025. Sie hängen per LAN-Kabel im Heimnetz und werden nicht über die Marstek-App gesteuert, sondern über eine eigene Regelung, die alle paar Sekunden den Stromzähler am Hausanschluss liest. Für diesen Test haben wir ausgewertet, was die beiden Geräte im Oktober 2026 tatsächlich geleistet haben.

So haben wir gemessen

Beide Speicher melden über ihre Modbus-Schnittstelle laufend, wie viel Leistung an der Steckdose fließt, wie viel in die Zellen geht und wie voll sie sind. Unsere Haustechnik fragt diese Werte etwa alle 30 Sekunden ab und speichert sie. Daraus haben wir für den Oktober 2026 berechnet, wie viel Strom die Geräte aus der Steckdose geladen und wieder abgegeben haben.

7,1 0 1.: 0,2 kWh 2.: 7,1 kWh 3.: 2,7 kWh 4.: 2 kWh 5.: 2,3 kWh 6.: 5,9 kWh 7.: 2,3 kWh 8.: 0,2 kWh 9.: 0,6 kWh 10.: 0 kWh 11.: 0,2 kWh 12.: 2,1 kWh 13.: 2,8 kWh 14.: 1,9 kWh 15.: 0 kWh 16.: 6 kWh 17.: 0,2 kWh 18.: 3 kWh 19.: 2,5 kWh 20.: 2,6 kWh 21.: 0 kWh 22.: 0 kWh 23.: 0,1 kWh 24.: 1,1 kWh 25.: 0 kWh 26.: 2,2 kWh 27.: 1,2 kWh 28.: 0 kWh 29.: 1,3 kWh 30.: 2 kWh 31.: 2,3 kWh 1.4.7.10.13.16.19.22.25.28.31.
Aus dem Speicher abgegeben, je Tag im Oktober 2026 (beide Geräte) (kWh). Quelle: eigene Messung über Modbus

Der Oktober zeigt gut, wovon ein Speicher lebt: An sonnigen Tagen gaben die beiden Geräte zusammen bis zu 7 kWh ab, an trüben Tagen fast nichts. Im Schnitt waren es 1,8 kWh pro Tag für beide zusammen.

Wirkungsgrad: rund 80 % von Steckdose zu Steckdose

GerätAus der Steckdose geladenWieder abgegebenWirkungsgradStandby
Venus E 3.0 Nr. 124,0 kWh19,2 kWh80,1 %6,3 W
Venus E 3.0 Nr. 244,2 kWh35,7 kWh80,5 %4,8 W

Von jeder geladenen Kilowattstunde kamen also rund 0,8 kWh wieder heraus. Unabhängige Tests messen beim Venus E 3.0 etwa 85 %, Marstek selbst nennt 93 %. Unser Wert ist niedriger, weil er den Standby über den ganzen Monat enthält: Rund um die Uhr ziehen die Geräte 5 bis 6 W, auch wenn sie nichts tun. Das sind etwa 0,13 kWh pro Tag und Gerät. Im Oktober hat jedes Gerät im Schnitt nur 0,8 bis 1,4 kWh am Tag geladen, da fällt der Standby spürbar ins Gewicht.

Was das für dich heißt: Im Sommer, wenn viel mehr Strom durch den Speicher geht, fällt der Standby weniger ins Gewicht. Bei uns erreichten die Geräte von März bis September regelmäßig über 95 % Ladestand. In den trüben Monaten frisst der Standby einen guten Teil des Ertrags. Rechne für deine Wirtschaftlichkeit lieber mit 80 % als mit der Herstellerangabe.

Nulleinspeisung im Alltag

Unsere Regelung liest alle zwei Sekunden den Stromzähler (einen HomeWizard P1 an der Kundenschnittstelle des österreichischen Smart Meters) und gibt den Speichern über Modbus vor, wie viel sie laden oder abgeben sollen. Das Ergebnis im Oktober:

  • Kaum EinspeisungIm ganzen Monat flossen nur 4,5 kWh ins Netz, bei rund 610 kWh Bezug. Der Speicher fängt den Überschuss fast vollständig ab.
  • Saubere EntladungWährend ein Speicher Strom abgab, floss nur in knapp 4 % der Zeit mehr als 50 W ins Netz. Meist sind das kurze Spitzen, wenn ein Gerät im Haus abschaltet.
  • Volle LadeleistungBeim Laden nutzte ein Gerät bis zu 2.491 W, also die vollen 2.500 W. Beim Entladen ist an der Schuko-Steckdose bei 800 W Schluss, gemessen haben wir höchstens 797 W.

Mit der Marstek-App und dem hauseigenen Zähler CT002 regelt der Speicher selbst. Wie genau das klappt, haben wir nicht gemessen, weil wir die eigene Regelung nutzen.

Einbindung: Modbus über LAN statt App

Der Venus E 3.0 hat einen LAN-Anschluss und spricht dort Modbus TCP. Darüber lassen sich Ladestand, Leistung und Zellwerte auslesen und Lade- und Entladeleistung vorgeben, ganz ohne Cloud. Für Home Assistant gibt es dafür mehrere Lösungen aus der Community, eine offizielle Integration von Marstek gibt es nicht.

  • LAN-Kabel statt WLANÜber WLAN hatten wir regelmäßig Aussetzer. Mit Kabel laufen beide Geräte seit Wochen ohne Abfragefehler.
  • Nur eine VerbindungModbus TCP lässt nur eine Verbindung gleichzeitig zu. Wenn deine Steuerung verbunden ist, schlagen andere Abfragen fehl, das ist kein Defekt.
  • Lokale Schnittstelle stellt sich zurückDie zweite, HTTP-basierte lokale Schnittstelle schaltete sich bei einem Gerät fast täglich selbst ab und setzte ihren Port zurück. Ein in der Community bekannter Firmware-Fehler, laut Nutzerberichten hilft seltener abfragen. Modbus ist davon nicht betroffen.

Was uns gefällt und was nervt

Gut

  • Sehr viel Kapazität pro Euro
  • Lädt mit bis zu 2.500 W, nimmt also auch große Überschüsse auf
  • Modbus über LAN: lokal, schnell, ohne Cloud steuerbar
  • Mit eigener Regelung fast keine Einspeisung mehr

Weniger gut

  • App und WLAN-Verbindung unzuverlässig
  • Lokale HTTP-Schnittstelle setzt sich bei uns regelmäßig zurück
  • 5 bis 6 W Standby, im Winter spürbar
  • 60 kg, Aufbau nur zu zweit

Zähler für den Venus E 3.0

Ohne Zähler am Hausanschluss gibt es keine Nulleinspeisung. Diese laufen laut Marstek mit dem Venus E 3.0:

  • everHome EcoTracker IR Lesekopf für die Infrarot-Schnittstelle des Stromzählers Passt zu: Marstek Venus E 3.0, Zendure SolarFlow 2400 AC+, Zendure SolarFlow 1600 AC+, Hoymiles HiBattery 1920 AC, EcoFlow STREAM AC Pro, Marstek Venus E Mini Bei Amazon ansehen →
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  • HomeWizard P1 Meter Stecker für die P1-Kundenschnittstelle des Smart Meters Passt zu: Marstek Venus E 3.0 Bei Amazon suchen →

Partnerlinks · Preis und Verfügbarkeit siehe Händler · Kompatibilität laut Herstellerangaben, Stand Oktober 2026

Welcher Zähler zu welchem Speicher passt, steht im Smart-Meter-Vergleich. Wie sich der Venus E 3.0 gegen Anker, Zendure, EcoFlow und Hoymiles schlägt, zeigt unser Vergleich der Balkonkraftwerk-Speicher.

Rechner: Lohnt sich ein Stromspeicher?

Gespeichert und genutzt–
Ersparnis pro Jahr–
Amortisation–
Vereinfachte Rechnung: Pro Sonnentag wird höchstens die Kapazität geladen. Ersparnis = genutzte kWh × (Bezugspreis − Einspeisevergütung).

Häufige Fragen vor dem Kauf

Wie hoch ist der Wirkungsgrad des Marstek Venus E 3.0?

Bei uns kamen im Oktober 2026 rund 80 % der geladenen Energie wieder aus der Steckdose, inklusive Standby. Unabhängige Tests messen ohne den Standby über längere Zeit etwa 85 %, Marstek nennt 93 %.

Wie viel Strom braucht der Venus E 3.0 im Standby?

Unsere beiden Geräte ziehen im Leerlauf 4,8 und 6,3 W aus dem Akku, also rund 40 bis 55 kWh im Jahr.

Kann man den Marstek Venus E 3.0 in Home Assistant einbinden?

Ja, über Modbus TCP am LAN-Anschluss oder die lokale Schnittstelle, jeweils mit Lösungen aus der Community. Eine offizielle Integration von Marstek gibt es nicht. Wir nutzen Modbus über Kabel, weil es zuverlässiger läuft.

Welchen Smart Meter brauche ich für den Venus E 3.0?

Marstek nennt den eigenen CT002 und CT003, den Shelly Pro 3EM, den HomeWizard P1 und den EcoTracker. Wir nutzen in Österreich den HomeWizard P1 an der Kundenschnittstelle des Netzbetreiber-Zählers.

Wie viel Leistung gibt der Venus E 3.0 ab?

An der Schuko-Steckdose höchstens 800 W, bei uns gemessen bis 797 W. Laden kann er mit bis zu 2.500 W.

Lohnt sich ein zweiter Venus E 3.0?

Nur, wenn der erste an sonnigen Tagen regelmäßig voll wird. Bei uns lag die Abgabe beider Geräte im Oktober im Schnitt bei 1,8 kWh pro Tag, an guten Tagen bei bis zu 7 kWh. Von März bis September erreichten unsere Geräte regelmäßig über 95 % Ladestand, im Oktober fast nie.

Quellen und Daten (Stand Oktober 2026)
  • Eigene Messung: zwei Marstek Venus E 3.0, Modbus TCP über LAN, Abfrage etwa alle 30 Sekunden, 1. bis 31. Oktober 2026. Stromzähler: HomeWizard P1.
  • Vergleichswerte: techtest.org, home&smart, SmartZone