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Ratgeber · Strom speichern und messen

Lohnt sich ein Stromspeicher fürs Balkonkraftwerk?

Wann sich ein Steckdosen-Speicher rechnet: Beispielrechnung mit Wirkungsgrad und Standby, die richtige Größe und ein Rechner für deine eigenen Zahlen.

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Ein Balkonkraftwerk erzeugt seinen Strom mittags, gebraucht wird er oft abends. Ohne Speicher geht der Überschuss für wenig oder gar kein Geld ins Netz. Ein Speicher verschiebt ihn in den Abend. Ob sich das lohnt, hängt an wenigen Zahlen, die du selbst kennst oder messen kannst.

Die vier Zahlen, auf die es ankommt

  • Überschuss pro TagWie viel Strom dein Balkonkraftwerk an einem sonnigen Tag über deinen Grundverbrauch hinaus erzeugt. Bei 800 W sind das im Sommer oft 2 bis 4 kWh.
  • Tage mit ÜberschussIm Winter bleibt meist nichts übrig. Realistisch sind 150 bis 220 Tage im Jahr, an denen der Speicher etwas zu tun hat.
  • Strompreis minus VergütungJede gespeicherte kWh spart den Bezugspreis, abzüglich dessen, was du sonst fürs Einspeisen bekommen hättest. Bei Balkonkraftwerken ist das meist nichts.
  • VerlusteGemessen kommen 80 bis 92 % der Energie wieder heraus. Dazu kommt der Standby: 7 W sind über das Jahr rund 61 kWh.

Eine Beispielrechnung

Annahmen, offen gelegt: 30 Cent je kWh Strompreis, keine Einspeisevergütung, 200 Tage im Jahr mit Überschuss, Wirkungsgrad 85 %.

Kleiner SpeicherGroßer Speicher
Nutzbare Kapazität2 kWh5 kWh
Überschuss pro Sonnentag3 kWh3 kWh
Pro Tag genutzt (begrenzt durch Kapazität bzw. Überschuss, mal 85 %)1,7 kWh2,55 kWh
Im Jahr genutzt (200 Tage)340 kWh510 kWh
Ersparnis brutto (30 ct/kWh)102 €153 €
Minus Standby (7 W, ganzjährig)− 18 €− 18 €
Ersparnis pro Jahrca. 84 €ca. 135 €
Bei Anschaffung von600 €1.000 €
Bezahlt nachca. 7 Jahrenca. 7,5 Jahren

Der große Speicher spart mehr, aber nicht so viel mehr, wie er größer ist: Bei 3 kWh Überschuss bleiben 2 kWh seiner Kapazität an den meisten Tagen leer. Wähle die Größe nach deinem Überschuss, nicht nach dem Maximum. Größer lohnt sich, wenn du eine größere PV-Anlage hast oder den Speicher zusätzlich mit günstigem Strom aus einem dynamischen Tarif lädst.

Rechne mit deinen Zahlen

Rechner: Lohnt sich ein Stromspeicher?

Gespeichert und genutzt–
Ersparnis pro Jahr–
Amortisation–
Vereinfachte Rechnung: Pro Sonnentag wird höchstens die Kapazität geladen. Ersparnis = genutzte kWh × (Bezugspreis − Einspeisevergütung).

Der Rechner berücksichtigt den Wirkungsgrad, aber nicht den Standby-Verbrauch. Zieh pro Jahr je nach Gerät noch 13 bis 18 € ab (5 bis 7 W bei 30 ct/kWh).

Erst messen, dann kaufen

Wie viel Überschuss du wirklich hast, zeigt ein Zähler am Hausanschluss. Den brauchst du später ohnehin für den Speicher:

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Wann sich ein Speicher nicht lohnt

  • Kaum Überschuss: Wenn tagsüber ohnehin jemand zu Hause ist und den Strom direkt verbraucht, gibt es wenig zu speichern.
  • Hohe Einspeisevergütung: Bekommst du für eingespeisten Strom viel Geld, schrumpft der Vorteil.
  • Sehr großer Speicher an kleiner Anlage: Die zusätzliche Kapazität bleibt die meiste Zeit leer.

Welcher Speicher zu welchem Bedarf passt, zeigt unser Vergleich der Steckdosen-Speicher. Den passenden Zähler findest du im Ratgeber Smart Meter für Stromspeicher.

Häufige Fragen vor dem Kauf

Wie groß sollte mein Speicher sein?

So groß wie der Überschuss deines Balkonkraftwerks an einem typischen Sonnentag, bei 800 W meist 2 bis 3 kWh. Größer lohnt sich mit einer größeren PV-Anlage oder einem dynamischen Stromtarif.

Wie viel Strom verbraucht der Speicher selbst?

In Tests 5 bis 8 W rund um die Uhr. Das sind 44 bis 70 kWh im Jahr und sollte in jede Rechnung einfließen.

Nach wie vielen Jahren hat sich ein Speicher bezahlt gemacht?

Bei unseren Beispielannahmen nach etwa 7 bis 8 Jahren. Mit höherem Strompreis oder mehr Überschuss geht es schneller, bei wenig Sonne langsamer. Die Hersteller geben meist 10 Jahre Garantie.